Zentrum der Metropole des Wissens

Das ARD-Hauptstadtstudio hat seinen Platz auf geschichtsträchtigem Boden und im Zentrum der historischen Metropole des Wissens gefunden.

Bis zum Zweiten Weltkrieg stand in der Wilhelmstraße 67 a der "Palast der Physik", das Physikalische Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität. 1873 war es eigens für Hermann von Helmholtz errichtet worden. Das Physikalische Institut der heutigen Humboldt-Universität galt lange Zeit als eines der führenden Zentren physikalischer Forschung.

Nobelpreisträger als "Ahnen"

Physikalisches Institut  Großansicht
Physikalisches Institut (Quelle: Landesarchiv Berlin/Waldemar Titzenthaler)

Eine Reihe von Nobelpreisträgern und anderen Physikern von Weltrang machten das Physikalische Institut berühmt. An diese "Ahnen" des ARD-Hauptstadtstudios erinnert eine Gedenktafel an der Front des Gebäudes. Sie wurde am 16. April 1999 feierlich enthüllt und zeigt Namen der Physiker von Weltrang, die am heutigen Ort des ARD-Hauptstadtstudios wirkten - unter ihnen Max Planck, James Franck, Gustav Hertz, Walther Nernst und Wilhelm Wien.

Am Reichstagufer erlebte auch Max Plancks Quantentheorie ihre Geburtsstunde - eine der umwälzendsten wissenschaftlichen Theorien des 20. Jahrhunderts. Planck trug im Rahmen des wissenschaftlichen Kolloquiums der Deutschen Physikalischen Gesellschaft am 14. Dezember 1900 sein Strahlungsgesetz und die Energiequanten-Hypothese zum ersten Mal öffentlich vor. Einen besseren "Ahnen" hätte ein Haus der elektronischen Kommunikation wie das ARD-Hauptstadtstudio kaum finden können.

Schauplatz der deutschen Geschichte

Bereits im 17. Jahrhundert, ab 1673, entstand in Berlin-Mitte die sogenannte "Dorotheenstadt". Sie war einer der Ausgangspunkte der planmäßigen Stadterweiterung der preußischen Kapitale. Die Wilhelmstraße nördlich der Allee "Unter den Linden" wurde nach einem Plan Karl Friedrich Schinkels als "Neue Wilhelmstraße" angelegt.

In der späteren Hauptstadt des Deutschen Reiches war die Wilhelmstraße "Machtzentrale": Die wichtigsten Ministerien und Behörden waren hier angesiedelt. Wie der "Quai d'Orsay" in Paris oder die "Downing Street" in London, wurde die Wilhelmstraße zu einem feststehenden Begriff in der europäischen Politik.

Glanz und Glorie des Kaiserreichs, aber genauso Untergang und Verderben sind mit dieser Adresse verknüpft. Der erste Reichskanzler Otto von Bismarck residierte hier, aber auch der letzte, Adolf Hitler. Das demokratische Deutschland: nur ein kurzes Intermezzo. Auch der vom Volk gewählte Reichspräsident Friedrich Ebert hatte hier seine Amtsräume. In den Ministerien an der Regierungsmagistrale organisierte schließlich Nazi-Deutschland den Krieg.

Am Ende legte der Zweite Weltkrieg auch die Prunkbauten der Wilhelmstraße in Schutt und Asche. Was übrig blieb, wurde von den Sowjets besetzt und dann von den Machthabern der DDR als Regierungsgebäude genutzt. Am 17. Juni 1953 demonstrierten hier die Arbeiter, dann kehrte Ruhe ein.

Radio-Reportage vom 17. Juni 1953: Volksaufstand in Ost-Berlin

Die Wilhelmstraße nach der Wende

Bis zum November 1989 lag die in Otto-Grotewohl-Straße umbenannte Wilhelmstraße im Schatten der Mauer. Der Todesstreifen war nur einen Steinwurf entfernt. Dann kam die Wende.

Im wiedervereinten Deutschland erkannte die ARD frühzeitig die Zeichen der Zeit: Noch bevor die Regierung nach Berlin umzog, wurde das ARD-Hauptstadtstudio im Mai 1999 eröffnet. Die ARD stellte unter Beweis, dass sie ihrem Anspruch als "bundespolitisches Informationsmedium Nummer eins" auch aus Berlin gerecht werden konnte - vom ersten Tag an. Die räumliche Nähe zu den Schaltzentralen der Bundespolitik und die Arbeit von Hörfunk und Fernsehen unter einem Dach unterstreichen diesen Anspruch auch für die Zukunft.

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