Sprach Stills von Dagmar Demming

Die Sprach-Stills finden sich über vier Etagen in den gläsernen Redaktionsräumen des ARD-Hauptstadtstudios.

Dagmar Demmings Arbeiten repräsentieren die Verständigungskultur von Gehörlosen in einem Bereich, in dem Kommunikation weder institutionell noch operativ Grenzen zu kennen scheint bzw. diese ständig überwindet. Je zwei Kästen bilden ein Begriffspaar: "Wärme denken" und "Stille hören" - in Korrespondenz zur Hörfunketage sowie in den beiden Fernsehetagen: "Farbe fühlen" und "Wirklichkeit träumen". Hier oszillieren direkte Sinnesempfindungen und abstraktere Wahrnehmungs- und Denkvorgänge in der Assoziation des Betrachters. Sie verweisen darauf, dass es viele Wirklichkeiten gibt, je nachdem, wie sie gedacht und übermittelt werden.

Wenn die Mitarbeiter des Hauses in Redaktionssitzungen zusammensitzen, kann man sie in ihren gläsernen Kabinen von der großen Halle aus sehen. Offener und transparenter Arbeitsfluss, das signalisiert somit schon die Anlage der Architektur. Zugleich sind die Personen aber enthoben, nicht zu hören, nur zu sehen. Was sie untereinander ausmachen, scheint dem entfernten Betrachter ein geheimer Code zu sein. Ein solcher, für Sprechende und Hörende geheimer, Code ist auch die Gestensprache der Gehörlosen. Mit Lichtsilhouetten umrissen, leuchtet diese Gestensprache vor Fotos der ausführenden Personen auf.

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Die Arbeitsweise der Künstlerin

Die Künstlerin Dagmar Demming beschäftigt sich mit Kommunikation im gesellschaftlichen Kontext. Sie arbeitet mit dem Klang und den Zeichen der Sprache. In ihren Installationen lotet sie aus, was zwischen Sender und Adressat passiert. Die Spielregeln und Ausdrucksformen sind ihr wichtig, mit denen Verständigung funktioniert.

© ARD-Hauptstadtstudio Berlin