Volldigitale Studiobüros für die Journalisten

Die 40 Hörfunkkorrespondenten im ARD-Hauptstadtstudio beliefern die rund 57 Hörfunkwellen der ARD mit bis zu 27.000 Beiträgen pro Jahr.

Hörfunkbüro  Großansicht
Arbeiten mit komplexer Technik

Dabei können die Journalisten auf modernste digitale Produktionstechnik zurückgreifen, die auf die täglichen Bedürfnisse eines Hörfunkjournalisten zugeschnitten und schnell zu bedienen ist.

Alles, was ein Hörfunker ohne die Hilfe eines Toningenieurs produzieren kann, ensteht in seinem 16 qm großen Büro: vom Kommentar über den Live-Bericht bis zum ''gebauten'' Stück mit vielen unterschiedlichen Original-Tönen. Für größere Gesprächsrunden und technisch aufwändigere Beiträge stehen vier Hörfunkstudios im Gebäude zur Verfügung.

Die technische Ausstattung eines Hörfunkbüros

Der Korrespondent sitzt vor einer eigens entwickelten organisierbaren Schreibtischrückwand. Darin sind 13 Steckdosenanschlüsse und mehrere Compteranschlüsse verborgen. Auf Tablaren stehen Fernseh- und mehrere Audiogeräte, unter dem 2,40 Meter langen Schreibtisch zwei Container voller Technik. Auf der Schreibtischplatte das "Herstück" des Hörfunkbüros: zwei Computer-Monitore, die Tastatur, eine Maus und ein kleines Mischpult mit vier Reglern und einigen Tasten – wie man es aus größeren Tonstudios kennt.

Was man nicht sieht, ermöglicht erst das digital vernetzte Arbeiten im Hörfunkbüro: umfassende Lichtwellenleiter und CAT 5-Verkabelung, Gestellschränke voller Gigabyte-Festplatten und dutzende von Servern, die in Cluster-Technik und redundant jederzeit bis zu 72 Stunden Video- und Audiomaterial abspeichern und sofort sendefähig zur Verfügung stellen können. Bandgeräte, Tonbänder und Kassetten (außer DAT) gibt es nicht mehr. 

Arbeiten mit servergestützter Digitaltechnik 

Im Fernsehgerät kann der Korrespondent zum Beispiel die Bundestagsdebatte verfolgen. Er sieht im internen Videotext des Deutschen Bundestages, wer die beiden nächsten Redner sind.

Auf einem Monitor, der entsprechend der Rede ein Sinuskurvenmuster abbildet, setzt der Journalist Markierungen für Anfang und Ende des ausgewählten Teils der Rede. Diesen kann er schneiden und für seinen Beitrag verwenden. Am anderen Monitor laufen die Meldungen der Nachrichtenagenturen ein. Und hier werden auch die Beitragstexte geschrieben. Wenn der Text fertig ist, spricht der Korrespondent seinen Beitrag über das Headset ein. Über das Kleinmischpult können sogar noch aktuelle O-Töne aus dem Fernsehen eingefügt werden. 

© ARD-Hauptstadtstudio Berlin