Volldigitale Arbeitsplätze für die Journalisten

Die rund 40 Hörfunkkorrespondenten im ARD-Hauptstadtstudio beliefern die mehr als 60 Hörfunkwellen der ARD mit bis zu 27.000 Beiträgen pro Jahr.

Hörfunkbüro  Großansicht
Arbeiten mit komplexer Technik

Dabei können die Journalisten auf modernste digitale Produktionstechnik zurückgreifen, die auf die täglichen Bedürfnisse eines Hörfunkjournalisten zugeschnitten und schnell zu bedienen ist.

Alles, was ein Hörfunker ohne die Hilfe eines Toningenieurs produzieren kann, ensteht in seinem 16 qm großen Büro: vom Kommentar über den Live-Bericht bis zum ''gebauten'' Stück mit vielen unterschiedlichen Original-Tönen. Für größere Gesprächsrunden und technisch aufwändigere Beiträge stehen vier Hörfunkstudios im Gebäude zur Verfügung.

Der Redaktionsarbeitsplatz

Die Korrespondenten arbeiten an höhenverstellbaren Tischen, auf denen sich Monitore, ein TV-Gerät, Abhörlautsprecher sowie Tastatur und Maus befinden. Herzstück ist ein Tablet, das mit einer eigens entwickelten Oberfläche ausgestattet ist und als virtuelles Mischpult fungiert.

In einem Container-Rack befinden sich die technischen Peripheriegeräte: Computer, Base Unit (Audio Interface), Netzwerk-Router sowie ein IP-basiertes Audio Codec zur Übertragung.

Der Arbeitsplatz eines Hörfunkredakteurs ist komplett digital vernetzt. Über Lichtwellenleiter und Cat5-Verkabelungen haben die Journalisten Zugriff auf eine große Anzahl virtueller Server, die redundant ausgeführt sind. Somit kann nahezu unbegrenzt Audio- und Videomaterial gespeichert werden, das sofort sendefähig zur Verfügung steht.

Der Redaktionsarbeitsplatz verfügt neben der virtuellen Mischpultoberfläche über ein sog. Audio Streaming. Zum Ein- und Ausspiel von Audiomaterial ist keine konventionelle Soundkarte nötig. Über einen digitalen Abruf kann der Redakteur alle ARD-Programme empfangen. Anloge Quellen wie Tonbandgeräte, DAT- oder CD-Player sind nicht mehr vorhanden.

Für jeden Nutzer wird ein individuelles Profil erstellt und im Netzwerk abgelegt. Somit kann sich der Hörfunkjournalist an jedem beliebigen Redaktionsarbeitsplatz anmelden und mit seinem persönlichen Profil arbeiten.   

Arbeiten mit servergestützter Digitaltechnik 

Während die Korrespondenten beispielsweise eine Bundestagsdebatte im Reichstag über das Fernsehgerät verfolgen, können die Rednerbeiträge als Sinuskurve in einem Audio-Schnittprogramm auf dem PC dargestellt werden. Die Journalisten setzen schon während der Rede Markierungen und können später Teile der Rede auswählen, schneiden und für einen Beitrag verwenden.

Auf dem anderen Monitor laufen die Meldungen der Nachrichtenagenturen ein und die Journalisten schreiben ihre Beitragstexte. Wenn das Manuskript fertig ist und die sog. O-Töne (Original-Töne) vorliegen, spricht der Korrespondent seinen Beitrag über das Headset ein. Über die virtuelle Mischpultoberfläche (Tablet) können noch aktuelle O-Töne aus dem TV-Programm oder von Flashrecordern eingefügt werden.

© ARD-Hauptstadtstudio Berlin