Volldigitale Tonstudios für den Hörfunk

Das ARD-Hauptstadtstudio hat vier große Hörfunkstudios. Sie werden von einer Toningenieurin oder einem Toningenieur betreut.

Die Toningenieure meistern alle technischen Aufgaben, die von den Hörfunkkorrespondenten in ihren eigenen Büros (den sog. Redaktionsarbeitsplätzen) nicht geleistet werden können. Das sind beispielsweise Interviews oder Diskussionsrunden mit mehreren Teilnehmern, Produktionen aufwändiger Beiträge oder komplette Live-Sendungen.

Zurück
Vor

Die Regie

In der Regie laufen alle Kanäle zusammen. Aus verschiedenen Tonquellen (Moderator oder Sprecher, Musik, O-Töne, Diskussions- und Telefonpartner, ankommende Leitungen, Effekte usw.) wird ein Beitrag oder eine Sendung zusammengesetzt und produziert. Neben dem technischen Wissen ist hierfür auch ein geschultes Gehör unabdingbar.

Die Tonregie  Großansicht
Die Tonregie

Durch die Glasscheibe zwischen Regie- und Sprecherraum hält der Toningenieur am Mischpult Blickkontakt zum Journalisten. Wenn das Mikrofon "on air" ist und rot leuchtet, gibt man sich Handzeichen oder verständigt sich über eine Kommando-Gegensprechanlage. Der Regieraum ist akustisch so gedämpft, dass die Arbeit nicht durch Geräusche von außen gestört wird.

Wie überall im Haus gibt es auch im Tonstudio keine analogte Technik mehr: Aufnahme und Bearbeitung finden am Computer mit professionellen Audioschnittprogrammen statt. Das Mischpult sowie die Peripheriegeräte (CD- und DAT-Player IP Codec, Effektgerät usw.) arbeiten voll digital. Um bei Bedarf Archivmaterial aus alten Beständen einspielen zu können, hält das ARD-Hauptstadtstudio noch eine analoge Bandmaschine und einen Plattenspieler vor.

Über die virtuelle Oberfläche auf einem Tablet (Mischpult) können die Toningenieure persönliche Einstellungen wie die Reglerbelegung speichern und per Mausklick in das Mischpult laden. Die fertigen Beiträge werden über das Netzwerk als Datensätze auf virtuellen Speichern abgelegt.

Aufnehmen, Speichern und Bearbeiten von Audio-Material

Es stehen keine kompatiblen Medien zur Verfügung.

Der Sprecherraum

Der Sprecherraum  Großansicht
Der Sprecherraum

Im Sprecherraum des Hörfunkstudios ist es immer so still wie möglich. Hermetisch schließende Türen und Fenster sowie Schall schluckende Wände sorgen dafür, dass alle störenden Geräusche draußen bleiben. So werden die Stimmen der Sprecher nicht verfälscht.

Wer im Sprecherraum am Mikrofon sitzt, ist entweder zeitgleich (bei Live-Sendungen) oder später (bei vorproduzierten Sendungen oder Beiträgen) im Radio zu hören. Diskussionssendungen mit bis zu acht Studiogästen können aufgenommen werden. Damit der Sprecher weiß, wann das Mikrofon "offen" ist, leuchtet das so genannte "Rotlicht" - genau in dem Augenblick, in dem der Toningenieur in der Regie den Regler "aufzieht".

Der Sprecherraum verfügt über einen Redakteursplatz mit Monitor und Tablet. Hier kann der Journalist im Internet recherchieren, sich Sendepläne anzeigen lassen und seine Texte bearbeiten. Der Platz kann außerdem „autark“, also ohne Unterstützung eines Toningenieurs in der Regie, für Live-Gespräche genutzt werden. Dazu wird auf der Bedienoberfläche (Tablet) eine Applikation gestartet, die ein softwarebasiertes Codec abbildet und eine Verbindung zwischen dem Redakteur und einer Gegenstelle herstellt.

© ARD-Hauptstadtstudio Berlin